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Geschichte
Es wird berichtet das die Gebrüder Unger in der Hüttenstraße 14 bereits eine kleine Feilenfabrik betrieben.

1889 Gründung der Aktien-Feilen-Fabrik Sangerhausen, Grundkapital 100.000 Mark, Neubau von Betriebsgebäuden in der Hüttenstraße 57, etwa 100 Beschäftigte, Herstellung neuer Feilen, Aufhauen stumpfer Feilen.
Die "Sangerhäuser Zeitung" schrieb dazu: "Unter der Firma Sangerhäuser Aktienfeilenfabrik hat sich hier eine Aktiengesellschaft gebildet, welche die Ufer'sche Feilenfabrik übernimmt und dieselbe durch Neubau auf dem bisher Wenke'schen Grundstücke in der Hüttenstraße so beträchtlich erweitert resp. vergrößert, das für ca. 100 Arbeiter Raum sein wird. Die Aktiengesellschaft wird am 1. Juli in Thätigkeit treten. Das Aktienkapital ist bereits voll gezeichnet."

1890 Erhöhung des Grundkapitals auf 200.000 Mark.

Anfangs wurden Feilen und Raspeln überwiegend noch in Handarbeit gefertigt, bzw. an einfachen Maschinen hergestellt.
Bis 1940 kamen weitere Fertigungsmaschinen dazu.

1920 Ausgabe von 100 Gratis-Aktien zu 1000 Mark.
1921 Kapitalerhöhung um 200.000 Mark.
1922 Kapitalerhöhung um 500.000 Mark.

1924 Umstellung des Kapitals von 1.000.000 Mark auf 100.000 Reichsmark.

8. Juni 1943 letzte ordentliche Hauptversammlung.

Vorübergehende Stillegung des Betriebes vom Einmarsch der amerikanischen Truppen am 12. April bis Ende Juli 1945.

Ab August 1945 war Sangerhausen unter russischer Besatzung und die Produktion wurde mit 40 Beschäftigten wieder aufgenommen. Die ersten neuen Feilen wurden aus Restmaterial gefertigt. Die Betriebsleitung wurde neu besetzt und die Feilenfabrik dem Rat des Kreises zugeordnet.

Mit der Gründung der DDR im Jahre 1949 wurde der Betrieb volkseigen und gehörte zur Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Melsa.

1950 gab es noch drei weitere Feilenfabriken in der DDR in Schmalkalden, Freital und Radeberg. Um die Produktion der Feilenfabriken zu erhöhen, wurden nur noch neue Feilen und Raspeln hergestellt. Das Aufhauhen stumpfer Feilen übernahmen Handwerksbetriebe. Außerdem wurde die technische Weiterentwicklung und der Einsatz neuer Maschinen forciert. In den Folgejahren wurden neue Feilenhaumaschinen aus der CSSR, Rumänien und der BRD importiert sowie Feilenschneidmaschinen nach SU-Dokumentation in Magdeburg gebaut. Neue Tiefglühanlagen, Schleifmaschinen, eine Härteanlage und Sandstrahlanlage kamen zum Einsatz.

In Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für Fertigungstechnik Zwickau und dem Einsatz einer neuen 160t Presse war die Herstellung von Nadelfeilen-Rohlingen im Kaltschmiedeverfahren möglich.

1950 1960 Beteiligung an der Leipziger Messe-Muster-Schau.
1969 Gründung des Werkzeugkombinats Schmalkalden und Eingliederung des Betriebes.

Die Konzentration der Feilenproduktion verlagerte sich immer mehr auf den Sangerhäuser Betrieb. Ende der 1970er Jahre war die Kapazität am Standort Hüttenstraße restlos ausgeschöpft und der Zustand der Produktionsanlagen und Gebäude teilweise katastrophal.

1981/82 Beginn der Vorbereitung und Planung eines neuen Betriebsteiles mit komfortabler Härterei, Stangenlager, Zuschnitt, einigen Spezialmaschinen sowie Lager, Versand und Verwaltung, dieser wurde nach Bereitstellung der erforderlichen Mittel am "Weinlager" gebaut und mit neuen Maschinen und Anlagen ausgerüstet.

Neue Schmiedeautomaten (EUMUCO) und einige Computergesteuerte Haumaschinen aus der BRD wurden aufwändig im alten Betriebsteil installiert und der Produktion übergeben.

1990 wird der Betrieb nach der Wiedervereinigung Deutschlands in eine GmbH umgewandelt.

1991 Beteiligung an der Kölner Eisenwaren-Messe. Die veränderte Bedarfsentwicklung und das Bestehen weltweit agierender Mitbewerber, welche teilweise zu Dumpinglöhnen in Entwicklungsländern Produzieren lassen, sowie die teilweise mangelhafte Qualität der Sangerhäuser Produkte waren die Gründe dafür, dass für Sangerhausen keine Perspektive mehr vorhanden war. Im September 1991 wurde die Feilenbabrik von der Treuhandanstalt Halle/S. übernommen und ging mit ca. 180 Beschäftigten in Liquidation.

Nachdem einige wenige Mitarbeiter noch mit Abbau- und Entsorgungsarbeiten beschäftigt waren kam im Juni 1992 das endgültige Ende für den Sangerhäuser Traditionsbetrieb.

Unter Verwendung von Angaben des ehemals kaufm. Angestellten in der Feilenfabrik, Helmut Hechler

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